Freitag, 1. Mai 2015

Moacyr Scliar: der zentaur im garten

Ein wunderbares Märchen. Oder doch nur eine phantastische Übertreibung? Auf jeden Fall ein spannendes Lesen.

Buchheim

Das Buchhheim-Museum, wunderbare Architektur. Ein genius loci, der einen schon anspringt sobald man auf dem Fußweg vom Parkplatz kommend, den See und das Ensemble von Bau und Park überblickt, beinahe zu sehr von oben herab. Man sieht die Fußwege rechts, den Bau und freut sich schon auf eine annähernde Umrundung des Gebäudes bevor man sich ins Innere begibt. Weit gefehlt, kein Kiesweg dicht am Wasser, der unter der hohen Landungsbrücke einen die Lage zugänglich macht. Was sucht ein Hof mit Geräten zur Pflege des Parks in so prominenter Lage? Also auf ins Innere.

Oh weh, vom Regen in die Traufe mit den  erhabenen Gefühlen. Zwar wird man von Eingangshalle und Kasse samt freundlichem Geistern wohl empfangen, aber  dann zeigt einem die Innenarchitektur und Einrichtung noch weniger als die kalte Schulter: mich hat sie vor den Kopf gestoßen. Kein roter Faden führt einen zum Expressionismus im Quadrat, macht einen, der die Buchheim Sammlung schon wiederholt besucht, aber nicht im Detail mit ihr vertraut, auf den Mehrwert des ^2 aufmerksam. So bleibt es allein den wunderbaren Bildern überlassen, den Betrachter wieder zu begeistern.

Und dann gar die "Obsessionen". Versteckt hinter einem Paravent im Untergeschoss beginnend. Schon der Titel Obsessionen im Flyer hat mich stutzig gemacht, samt seinem Titelbild von Egon Schiele. Obsession? Besessenheit im Jahre 2015? Der Texter sollte sich mal ansehen, was heute unseren 14+ -jährigen zur "Aufklärung" zur Verfügung steht.  Zu den Exponaten. Sie sind im dunklen, roten Kabinett nur schwer zu erkennen. Überraschung? Ja, die Dynamik der Darstellungen von Rodin. Und dann Teil 2: zwei Stockwerke höher. Wieder vorbei an hässlich zugeklebten Glastüren.

Buchheim nahm kein Blatt vor den Mund. Wenn er das Alles heute so gesehen hätte, objektiv und nicht als sein eigenes, wie ich es tat, so hätte er laut gerufen: Wer räumt den Buchheimstadl auf?

Freitag, 27. März 2015

Elektrischer Motorschirm 2

Dies ist ein Plädoyer für ein Mantelstromtriebwerk anstelle eines freien Propellers nach dem Stand der Technik wie in  http://www.skyjam-aircraft.com/38601/22001.html gezeigt. Damit soll der große Strömungswiderstand des Piloten samt Gurtzeug und des Antriebs vermieden werden. Ein Mantelstromtriebwerk mit einem schlanken PSM, bei bestem Wirkungsgrad betrieben, ist zunächst einmal eine Aufgabe für Modellrechnungen, dann für eine adäquate Konstruktion. Dieses Triebwerk wird über dem Kopf des Piloten angebracht, näher am Schwerpunkt des Luftwiderstand als es beim Rucksackpropeller der Fall. Damit dürfte der Wirkungsgrad der kostbaren elektrischen Energie, sei es aus Akku oder Solarzellen deutlich erhöht werden ohne das Gewicht stark zu erhöhen.

Freitag, 6. März 2015

Motorschirm&Piccard?

Solar Impulse, der Segelflieger mit Elektroantrieb, solargespeist und mit Akkus für die Nacht. Damit könnte der Pionier  Piccard es schaffen mit einigen 10 oder 100 Millionen € Aufwand die Welt nonstop zu umrunden. Ist daraus für einen Allerweltssport etwas zu lernen? Warum nicht? Ein Gleitschirm mit Elektroantrieb in Tandemgröße hat genug Tragfähigkeit für Solarzellen und Akku. Nicht auf Nachtflug, sondern auf extreme Langstrecken zielend: 14 Stunden mit 30 km/h als pimaldaumen. Eine neue Disziplin von Langstrecken, mehr sonnengetrieben, weniger aufwindgetrieben.

Kurz eine erste Rechnung. Bei 40 m^2 Fäche brutto eines Tandemschirms könnte bestenfalls 30 m^2 Fläche für die Solarpanele gewonnen werden, die bei 20% Wirkungsgrad eine installierte Nennleistung von 30*200 W ergeben, 6 kW, wenig im Vergleich zu den 10 kW eines elektrischen Rucksackpropellers http://www.wildblumenburri.ch/ul_flugzeuge/aufstiegshilfe.html
Dies wirft die Frage nach einem besseren Antrieb auf. Wäre das ein Mantelpropeller[ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mantelpropeller], bekannt vom dominierenden Turbofan bei Verkehrsflugzeugen. Dies dürfte den elektrischen motorschirmen mit offenem Propeller nicht nur im Hinblick auf Sicherheit überlegen sein [https://de.m.wikipedia.org/wiki/Motorschirm]. Für die Konstruktion der Solarpanels gibt es ausser Piccard und co wenig Vorbilder: sie nutzen die starren Tragflächen. Ginge auch beim Hängegleiter, beim Schirm sind in der Längsrichtung angebrachte, schmale Solarpanele machbar. Sicher nicht einfach, sie in die Oberfläche des Gleitschirms zu integrieren.
Das Durchführen eines derartigen Projekts dürfte selbst ein Team von Bastlern  mit Sponsoren weit überfordern. Eine Uni-fliegergruppe? Ein Fraunhoferinstitut mit Industriebeteiligungen? Geht das auch als Flugmodell?

Samstag, 28. Februar 2015

Knausgaard liebt nicht

Karl Ove Knausgaard: Lieben. Ein echter Knausgard, vom Titel an bestehend aus einem Verb, sicher Markenzeichen seiner Serie, bis zum Protagonisten, er schreibt über sichh selbst. Doch diesmal taucht er in einen Lebensabschnitt ein, den ich zwar als Vater sehr gut kenne, und der doch so anders läuft, als mein Denken in jener Zeit. Ich bin mir sicher, dass sein begleitendes intensives und ausführliches Schreiben seine Empfindungen prägt. So bin ich auf S.52 von 528 angekommen, etwas ermüdet von der Tiefe seines Erlebens.
Durchhalten; schreibe ich auf S. 440 angekommen. Das Werk trägt schwer an seiner nordisches Last und dem Lokalkolorit der schwedischen Hauptstadt, der Leser mit. Trägt schwer an den ermüdend langen Darstellung der menschlichen Beziehungen in der Familie und mit Freunden. Der zarte rote Faden, der mich bindet, ist die Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner Partnerin mit einer drohenden manisch depressiven Belastung. Eine Bemerkung ist auch das literarische Fluidum des Werkes, das ich nur anhand seiner Hinweise zur deutschen Literatur von Hölderlin bis Bernhard nachempfinden kann. Es wird wie beim Smalltalk nur mit den eingestreuten Namen belegt, nie inhaltlich, ein schweres Manko. Gelesen im März 2015.

Freitag, 13. Februar 2015

Olafsdottirs Liebesfrage

Audur Ava Olafsdottir: Weiß ich, wann es Liebe ist? Vorab, ist das Werk mehr Roman oder mehr Märchen?
Ich habe es als Märchen empfunden und nur als Märchen genießen können. Der Protagonist, ist ein begabter junger Mann, gut 20 Jahre alt, der gerade zufällig mit einer Bekannten ein Kind gezeugt hat, so sensibel wie ihn nur eine Autorin beschreiben kann. Aber auch so schwach in der Kommunikation, dass er über die Frage, die der Buchtitel formuliert, nicht reden kann. So, wie ich zu den Filmen des Spätwerks Eric Romers -Filme spielen eine wichtige Rolle im Buch- manchmal sagen mochte , dass alle Gefühle zerredet werden, so wird im Liebesmärchen Olafdottirs zerschwiegen. Allein, ein lesenswert schönes Märchen.

Freitag, 6. Februar 2015

Olafsdottir Schmetterling

Audur Ava Olafsdottir: Ein Schmetterling im November. Ein fabelhafter Roman einer Reise, Reise der Gefühle, des irgendwas Suchens und des Findens von Ungesuchtem. All das auf der winterdunklen Vulkaninsel Island voller fabelhafter Bewohner, Metaphern des Lebens? Wohltuend, dass eine Autorin glaubhaft weiblich mit eigenwilliger Logik diese zauberhafte Schmetterlingsgeschichte geschrieben.