Montag, 31. Juli 2017

Lapperts Pampa

Rolf Lappert: Pampa Blues. Vorab: Da habe ich bewusst einen Jugendroman von Lappert ausgesucht, um den alten Männern von Frisch zu entkommen. Vom Regen der Alten in die Traufe mit dem dementen Karl, versorgt von seinem jugendlichen Enkel. In der ostdeutschen Pampa weit hinter Neuruppin, auch das noch.
Das Buch ist so etwas wie ein Entwicklungsroman seines Protagonisten Ben, knapp 18 jahre alt, der seinen dementen Großvater in einer deutschen Pampa pflegt. Ein sanftes, zartes Buch voller lieber Charaktere. Einfühlsam und doch ausreichend spannend. Eine Fiktion, doch gelegentlich mit einem synthetischen Beigeschmack. Ich habe sie wegen der Landschaft mit Unterleuten verglichen, das eine ganz andere Intention verfolgt und sehr böse, aber auch authentischer daherkommt. Gern gelesen.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Louis Malle Fahrstuhl wohin?

Louis Malle: Fahrstuhl zum Schafott 1957. Zum Beginn der Novelle Vague, ein Film der zeigt, mit wie viel man brechen muss, um eine neue Welle auszulösen. Und doch mit dem Plot, dem Lebensgefühl, vor allem auch dem Rollenverständnis von Frau und Mann dem Alten verbunden. Die Kamera und ihre Technik, das erratische Suchen der Moreau in der Nacht zeigt schon in die neue Richtung. Sicher ein wichtiger Film, aber für mich auch ein nostalgischer des Paris im Aufstieg nach dem Krieg. Und mit einem rührenden Bekenntnis zu unserem Europa. Aber unbedingt: OV ansehen.

Montag, 17. Juli 2017

Fernando Ornithologe

João Pedro Rodrigues: Der Ornithologe. Ein wundersamer Film, der mich tief beeindruckt hat. Der Mensch schafft sich Gott nach seinem Ebenbild. Und daher passt dieser Film nur schwer in das Bild. Nicht in das Bild des werdenden​ des heiligen Antonius, noch in das Bild eines Abenteuerfilms.  Antonius aka Fernando ließ mich bleiern tief schlafen. Und blasphemisch fand ich das Wundersame nicht. Und nachgelesen habe ich die erstaunliche vita/Karriere in der EU auch. Der Antonius war nicht nur begnadet, sondern auch mindestens so wirr wie im Film dargestellt. Wundersam wunderbar.

Sonntag, 16. Juli 2017

Heller Süden

André Heller: Das Buch vom Süden. Es sollte mich nach dem traurigen Alemannen MF aufheitern. Das universalgenie AH hat es über weite Strecken geschafft. Vor allem im Garten in San Celeste. Und in den autobiographischen lockigen Strähnen.